Museum Alte Textilfabrik
Handwerkskunst, Historische Stätte, Museum
merkenBeschreibung
Im Jahre 1990 verwandelte sich die ehemalige „k.k. privilegierten Modewarenfabrik Hackl&Söhne“ in das Museum Alte Textilfabrik.
Wo vor 100 Jahren Webstühle, Drucktische und Stickmaschinen in Betrieb waren, werden die Besucher heute in den Arbeitsalltag und die Lebenswelt vor und um 1900 versetzt. Der Rundgang durch das Museum lässt auf anschauliche Weise die Technik der einzelnen Arbeitsvorgänge, das Zusammenspiel zwischen Heim- und Fabrikarbeit, die wirtschaftliche Lage der Textilindustrie, die sozialen Gegensätze zwischen der Welt der Arbeiter und der Fabrikfamilien wieder-aufleben.
Gerade heute in der Zeit von H&M, KIK und Co die meist weit außerhalb von Europa, unter zum Teil unzumutbaren sozialen Bedingungen produzieren lassen, ist es umso spannender einen Blick auf eine Textilindustrie zu werfen die, dazumal, Regionen wie das Waldviertel als eine der Lebensadern durchfloss.
Gleich neben dem Museum steht das „Pagodenhaus“, das einzige vierfeldrige Walmdachhaus im deutschen Sprachraum.
Sonderausstellung 2025
Fast Fashion – Mode: zu billig, um wahr zu sein vom 25.April bis 29. Juni
Fast Fashion ist die schnelle Mode – Kleidung wird anhand aktueller Trends designed und möglichst schnell und kostengünstig produziert. Eine Studie aus dem Jahr 2017 belegt, dass die Zeitspanne in Fast Fashion-Unternehmen nur fünf bis sechs Wochen vom ersten Entwurf bis zum Verkauf beträgt. In traditionellen Modeunternehmen liegt dieser Zeitraum oft bei mehr als einem halben Jahr. Von Ultrafast Fashion spricht man bei Online-Händler, die so schnell agieren, dass die Artikel bereits verkauft sind, bevor sie überhaupt produziert wurden. Für uns Konsumenten ist der Reiz von Fast Fashion mehr als verlockend, kann man doch immer die aktuellen Modeartikel sehr preisgünstige erstehen. Und Dank des äußerst niedrigen Verkaufspreises ist es auch kein Problem, viele unterschiedliche Kleidungsstücke zu besitzen und so immer mit der neuesten Mode zu gehen.
Die Schattenseiten sind uns allen zumindest ansatzweise bekannt. Der Trend zur Wegwerfkleidung: 5,8 Millionen Tonnen Kleidung landen in Europa jedes Jahr auf dem Müll. Die soziale Ausbeutung von Arbeitern und Arbeiterinnen: Hungerlöhne, die zum Leben zu viel und zum Sterben zu wenig sind. Jedes Jahr werden rund 60.000 Tonnen Alttextilen – hauptsächlich aus Europa und der USA – nach Chile exportiert. der Großteil davon landet in der Atacama Wüste! (C) FAZ Die Erzeugung und Weiterverarbeitung der Rohstoffe: Hoher Wasserverbrauch, Freisetzung von Treibhausgasen und teilweise hochgiftigen Chemikalien.
Die Sonderausstellung im Museum Alte Textilfabrik zeigt die Hintergründe und Auswirkung von Fast Fashion von vielen Seiten und erlaubt so den BesucherInnen sich selbst ein Bild über dieses Geschäftsmodell der Bekleidungsindustrie zu machen, die unsere sozialen Strukturen, unser Wirtschaftssystem und unseren Lebensraum zu bedrohen scheint.
Söhne der Industrie - Franz Kafka und Josef A. Schumpeter vom 4. Juli bis 2. November
Josef Šumpetr nimmt in seinen bahnbrechenden wirtschaftswissenschaftlichen Theorien Stellung zu heute wieder sehr relevanten Fragen, wie zum Verhältnis Kapitalismus und Demokratie. In Třešt´aufgewachsen begann er seine wissenschaftliche Laufbahn als Professor in Graz
Franz Kafka war als Unternehmer wenig erfolgreich. Als Angestellter der “Arbeiter-Unfall-Versicherung” hat er bei seinen Betriebsbesuchen allerdings tiefe Einblicke in die Arbeitsalltag der Fabriksarbeiter erhalten und sich immer wieder für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingesetzt. Kafka hat geografische Bezüge sowohl nach Třešt´ als auch in die Region Waldviertel, speziell Gmünd.
Ziel ist die Vermittung der Themen: Wirtschaft, Demokratie und Region, anhand der Biografien zweier bedeutender Persönlichkeiten mit Bezug zur Region.
Das Museum Alte Textilfabrik ist mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet!
Gewinner des Museumswettbewerbes des Museums-management St. Pölten mit Auszeichnung für die Kreative Umsetzung in der Kategorie für Nachhaltigkeit - Zukunftsträchtige Projekte!
Ein Ausstellungsbesuch, mit oder ohne Führung, ist für Schulklassen, Kindergruppen und ebenso für Familien, Erwachsene und SeniorInnen, gleich spannend.
Besichtigungen und Führungen auch außerhalb der Öffnungszeiten von Jänner bis Dezember gegen Voranmeldung ab 4 Personen möglich
Zusätzlich buchbar sind Workshops im Museum Alte Textilfabrik: Weben, Filzen, Drucken.